Weinsberg im Wandel der Zeit                                                                                     Große Jubiläumsveranstaltung in der Weibertreuhalle

 

Freitag, 6. März 2015

 

Jubiläumsveranstaltung „Weinsberg im Wandel der Zeit: 1140-2015“ begeistert in der Weibertreuhalle

„Genial, klasse, ein tolles Erlebnis“ - das sind nur einige wenige Spontanreaktionen von begeisternden Besuchern, die den großen Weinsberger Jubiläumsabend am Ende noch mit „Standing Ovations“ würdigten. Mit einer rundum gelungenen 3 1/2-stündigen Jubiläumsveranstaltung feierte Weinsberg in der mit über 700 Besuchern bis auf den letzten Platz besetzten, festlich illuminierten Weibertreuhalle gleich eine Vielzahl von Jubiläen. Viele Weinsberger Vereine und Institutionen mit über 300 Mitwirkenden gestalteten das Programm und stellten wieder einmal unter Beweis, was Weinsberg alles zu bieten hat. Ina Beck vom SWR Studio Heilbronn führte charmant durch das Programm, Innenminister Reinhold Gall und Studiendirektor a. D. Ulrich Maier hielten die Festreden. Bewirtschaftet wurde die Halle von allen vier Landfrauenvereinen aus der Gesamtstadt Weinsberg.

 

Neben bedeutsamen historischen Jubiläen wie z. B. 875 Jahre Weibertreubegebenheit, 775 Jahre freie Reichsstadt, 575 Jahre Verkauf der Stadt an die Kurpfalz oder 475 Jahre Lateinschule kann die Stadt Weinsberg im Jahr 2015 außerdem auf 40 Jahre Gesamtstadt Weinsberg, 40 Jahre Weibertreuhalle, 30 Jahre Stadtbücherei am Traubenplatz, 30 Jahre Sanierung Traubenplatz, 25 Jahre Biotop Alte Ziegelei, 25 Jahre Ortsumgehung Weinsberg, 25 Jahre Grundschule Grantschen/Wimmental, 25 Jahre Mehrzweckhalle Gellmersbach, 20 Jahre Begegnungsstätte Backhaus, 20 Jahre Kindergarten Stadtseebachtal, 20 Jahre Dokumentationsstätte Lager Weinsberg, 20 Jahre Sanierung Baukelter, 20 Jahre Jugendhaus Weinsberg und 10 Jahre Stadtbahn zurückblicken. So viele Jubiläen in einem Jahr gab es in Weinsberg wohl noch nie zu feiern, deshalb war schnell klar, dass man diese Jubiläen nicht alle einzeln begehen kann. Vielmehr sollte das reiche historische und kommunalpolitische Schaffen und Wirken in Weinsberg mit einer großen Jubiläumsveranstaltung gewürdigt werden.

„Die Geschichte ist die Klammer, die die Einzeljubiläen verbindet und Weinsberg zu dem macht, was es heute ist, eine lebendige Gemeinschaft, die gemeinsam daran arbeitet und wirkt, dass aus Gegenwart wieder Geschichte wird“, so Bürgermeister Stefan Thoma in seiner Begrüßung. In seiner Ansprache streifte der Bürgermeister auch das 40-jährige Bestehen der Gesamtstadt Weinsberg. Im Zuge der Gemeindereform waren zum 1. Januar 1975 die bis dahin selbstständigen Gemeinden Gellmersbach und Wimmental zur Stadt Weinsberg eingegliedert worden, nachdem zwei Jahre zuvor bereits Grantschen ein Teil von Weinsberg geworden war. Bürgermeister Thoma freute sich, dass es sich der damalige Bürgermeister und Ortsvorsteher von Grantschen, Rudolf Abt, nicht nehmen ließ, der Jubiläumsveranstaltung beizuwohnen. Alle drei Ortschaften haben einen festen Platz im Gefüge der Gesamtstadt und präsentieren sich als lebendige, aktive Gemeinschaften. Innenminister Reinhold Gall bestätigte in seinem Festvortrag, dass die Gemeindereform vor 40 Jahren in Weinsberg harmonisch verlaufen ist, was nicht überall so der Fall gewesen sei. Außerdem griff er das Thema „Heimat“ auf, das für jeden etwas ganz anderes bedeuten könne. Mit Blick auf die großen Flüchtlingsströme sollte man an einem solchen Abend auch dankbar sein, etwas zu haben, an das es vielen Menschen auf der Welt mangelt, nämlich eine Heimat, in der wir in Frieden und in gutem Miteinander leben können.

 

Die historischen Ereignisse von der Weibertreubegebenheit bis hin zum Bauernkrieg beleuchtete Studiendirektor a. D. Ulrich Maier, der für seinen zweigeteilten Vortrag viel Beifall erhielt. „Dennoch, trotzdem, eineweg“, diese am Rathaus in Stein gemeißelten Worte des schwäbische Dichters August Lämmle ließen sich nicht nur auf die Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg übertragen, sondern auch auf andere Geschehnisse der Weinsberger Geschichte, bei denen die Stadt nach oft ausweglos erscheinender Situation durch die Tatkraft ihrer Bürgerinnen und Bürger einen Neuanfang beschreiten konnte. Mitglieder des Theatervereins Weinsberg und der Treu-Weiber-Gruppe ließen die damalige Zeit in szenischen Darstellungen der Weibertreubegebenheit und des Bauernkriegs lebendig werden. Das äußerst abwechslungsreiche musikalische Programm gestalteten die Jugendkantorei und Kantorei der Johanneskirche, das Orchester der Städtischen Musikschule Weinsberg, der Weinsberger Grundschulchor und der Männerchor Eberbachtal, der Liederkranz Urbanus Weinsberg, der Coro Allegro und der Schulchor des Justinus-Kerner-Gymnasiums Weinsberg sowie die Stadtkapelle Weinsberg und das Weinsberger Ballettstudio. Die musikalischen und künstlerischen Leiter der einzelnen Ensembles, Michael Böttcher, Gerhard Frisch, Levin Lüftner, Adrian Lewczuk, Renate Lindner-Klodt und Florian Schellhaas, hatten einige Klassiker aufgeboten, aber auch echte Premieren. So wurde zum Beispiel die Tanzeinlage mit Stadtkapelle und Ballett in nur fünf Wochen einstudiert und so noch nie aufgeführt. Auch der „Weinsberg-Jubiläums-Hit“, dessen Text Brigitte Ostertag eigens für diesen Anlass geschrieben hat, erklingt als Premiere. Erfrischend war der Auftritt der Kinder des Grundschulchors, die mit viel Freude und Eifer bei der Sache waren und den Großen in nichts nachstanden. Eng wurde es auf der großen Bühne, als die Chöre und Orchester zusammen musizierten. Ob beim „Te Deum“ oder beim „Reichsten Fürst“, das Publikum war begeistert und sang die letzte Strophe der schwäbischen Nationalhymne wie es sich gehört im Stehen mit. Vor dem beeindruckenden Schlussstück, der „Ode an die Freude“, bat die Moderatorin alle künstlerischen Leiter und Bürgermeister Stefan Thoma nochmals zu einem gemeinsamen Schlusswort auf die Bühne. Alle waren hoch zufrieden und auch erleichtert, dass alles trotz nur einer gemeinsamen Generalprobe so gut harmoniert hat. Belohnt wurde der Einsatz der Akteure mit lang anhaltendem Applaus.Allen die zum guten Gelingen der Jubiläumsveranstaltung beigetragen haben sowie den Landfrauenvereinen für die Übernahme der Bewirtung sei an dieser Stelle nochmals ganz herzlich gedankt. Dank gilt auch den Weinsberger Rosenkulturen, die den Blumenschmuck auf der Bühne und in der Halle gesponsert haben sowie den Kindergartenkindern für das Basteln der hübschen Papierblumen an der Bühne.

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